Modern Warfare 2

Die Killerspieldiskusion wird wohl in den nächsten Tagen und wochen wieder angeheizt werden. Mit dem Release vom neuen Ableger von Call of Duty wird verschiedenes Kanonenfutter geliefert. So ist eine Sequenz des Spiels schon sehr umstritten, obwohl das Game noch nicht im Handel ist.

Zuerst mal gleich das Video, damit wir auch wissen wovon wir sprechen:

In der Szene ist man ein Undercoveragent und ‚muss‘ als dieser mithelfen Zivilisten zu töten. Die Darstellung der Szene habt ihr ja grad gesehen. Die Reaktionen der Gamer ist unterschiedlich.

Die Frage ist für mich wieso ein Publisher ein Spiel auf den Markt bringt, das nicht Öl in ein loderndes Feuer ist, sonder eine Tankwagen voller Kerosin.

Ist es ein PR Gag um das Game noch bekannter zu machen? Kaum, denn Call of Duty ist ein klassiker und sehr bekannt.  Anscheinend wollen die Entwickler die Abscheulichkeit des Terrorismus zeigen und es dem Spieler ermöglichen, sich in die Gedankenwelt der Verbrecher zu versetzen.

Wie seht ihr das? ist es möglich in einem Game die Sicht eines Terroristen so zu simulieren, dass man sich wirklich in diesen hineinversetzen kann? Und ist diese Umsetzung der richtige Weg dafür?

Quelle:

21 Antworten to “Modern Warfare 2”

  1. ehrlich gesagt bin ich schon grad ein wenig sprachlos.

    ich weiss, verbote sind keine lösung. aber wenn ich dieses video sehe, frage ich mich schon, was denn sonst das spielen solcher games verhindern sollte. oder sollte das am ende gar nicht verhindert werden?

  2. „Die Frage ist für mich wieso ein Publisher ein Spiel auf den Markt bringt, das nicht Öl in ein loderndes Feuer ist, sonder eine Tankwagen voller Kerosin.“

    In Amerika sagt man: Freedom of Speech, use it or lose it. Wozu ist Redefreiheit gut wenn man trotzdem nur Dinge sagt die niemanden stören?

    „aber wenn ich dieses video sehe, frage ich mich schon, was denn sonst das spielen solcher games verhindern sollte“

    Woher kommt die Prämisse dass das Spielen dieses Spiels verhindert werden soll? Weil du es persönlich nicht gut findest? Soll das Lesen deines Blogs verhindert werden weil gewisse Leser mit dem Inhalt nicht einverstanden sind? Soll man etwa das Schauen von Filmen wie Hotel Rwanda oder Baise Moi verhindern weil einige der Protagonisten grässliche Dinge tun? Sollen Ausstellungen von Künstlern verhindert werden, wenn du denkst dass ihre Werke nicht gesehen werden sollen? Soll man Zeitungsartikel nicht veröffentlichen weil du denkst dass sie nicht gelesen werden sollen?

    Die Sequenz im Film ist die Intro-Sequenz des Spiels und führt den Spieler auf eine gewollt krasse Weise in den Konflikt ein. Das Ziel der (nota bene freiwilligen) Sequenz ist, im Spieler negative Gefühle auszulösen. Die Designer vom Spiel haben sich dazu entschieden, dass beim Spieler die stärksten Gefühle ausgelöst werden wenn er sich selber als Täter sieht. Das war übrigens bereits im ersten Modern Warfare so, wo die Opfer der Startsequenz dunkle Haut hatten – da hat sich aber keiner daran gestört.

    Was ist das Problem dieser Sequenz, Amadé? Glaubst du, dass so etwas in der echten Welt nicht passiert? Oder glaubst du, dass jemand nach dem Spielen der Sequenz das Gefühl hat, dass es gut ist, wehrlose Leute zu erschiessen? Weshalb genau soll die Sequenz nicht gespielt werden?

    Darf ich auch die Tagesschau nicht mehr schauen weil dort Menschen erschossen werden? Oder ist es nicht besser wenn wir mehr mit den Realitäten des Krieges konfrontiert werden, vor allem auch in den USA, wo man sich viel zu wenig Gedanken darüber macht was genau passiert wenn man Soldaten in den Irak oder nach Afghanistan schickt? Ist es etwa wünschenswert, diese Dinge einfach zu ignorieren, oder ist es nicht viel mehr sinnvoll, wenn diese Dinge in Videogames behandelt und gezeigt werden?

    Und noch ein Punkt: Es gibt massenhaft Spiele, bei denen man wehrlose Schwarze, wehrlose Muslime oder wehrlose Nazis erschiesst. Das ist anscheinend okay. Aber wenn man westliche, weisse, modern gekleidete wehrlose Leute erschiesst hast du ein Problem und willst verhindern dass das Spiel gespielt wird? Auf welche Weise ist dieses Spiel schlimmer als jedes andere Baller-Game auf dem Markt? Die Idee dass dieses Spiel besonders schlimm ist weil man weisse westliche Menschen erschiesst ist rassistisch.

    Und zuletzt: Das Spielen des Spiels ist freiwillig. Ich werde es nicht spielen, und niemand zwingt dich dazu es zu spielen.

  3. jackbrown Says:

    Das Spiel erhält (verständlicherweise) keine Jugendfreigabe und ist von der USK als 18+ Titel eingestuft worden.

    Ob eine solche Darstellung der Gewalt wirklich nötig ist wage ich mich selbst gar nicht zu fragen. Das Ethische Dilemma welches die Entwickler anscheinend aufzeigen wollten hätte man sicherlich eleganter und wirksamer umsetzen können.

    Ich vermute, dass das Spiel sogar auf dem Index landen wird. Obwohl es dies nach der USK einstufung eigentlich gar nicht mehr sollte.

    Du Fragst ob man es verhindern soll? Der Unterschied zwischen dem Töten von Bewaffneten und unbewaffneten macht zwar nur ein kleiner Unterschied aus, jedoch für mich einen sehr klaren. Ich finds vollkommener STUSS.

    Aber psychologisch gesehen denke ich, dass es nicht wirklich einen Unterschied macht. Eigentlich ist es eher Amokprävention.🙂 Denn wenn man von der (falschen) Annahme ausgeht, dass Shooter zu Amokläufen führen. So wir kein Gamer nach dieser Sequenz Amok laufen. Denn wie man im Clip gut sehen kann, ist das kämpfen gegen Zivilisten langweilig und keine Herausforderung. Also nur was für Weicheier, und das wollen die Amokläufer ja gerade nicht sein.(obwohl sie’s ja eigentlich sind)

  4. jackbrown Says:

    @LKM:
    Klar ist es freiwillig. Aber trotzdem ungeschickt vom Publisher. Er selbst verliert am meisten wenn die Gesetze verschärft werden. Einen taktvolleres Vorgehen hät wohl auf lange sicht mehr gebracht als dieser ’schoker‘

    und so normal scheint es in den Shooter doch nicht zu sein. Sonst würd sich de Gamestar Redaktion wohl nicht so darüber aufregen🙂

  5. „Das Spiel erhält (verständlicherweise) keine Jugendfreigabe und ist von der USK als 18+ Titel eingestuft worden.“

    Und damit sollte dieses Thema beendet sein. Es ist völlig absurd, dass man erwachsenen Menschen vorschreiben will, welche Filme sie schauen dürfen, oder welche Videospiele sie spielen dürfen, oder welche Bücher sie lesen dürfen, oder welche Magazine und Zeitungen sie abonnieren dürfen.

    „Das Ethische Dilemma welches die Entwickler anscheinend aufzeigen wollten hätte man sicherlich eleganter und wirksamer umsetzen können.“

    Das ist möglich, aber im Bezug darauf ob man das Spielen des Spieles verhindern soll völlig irrelevant.

    „Er selbst verliert am meisten wenn die Gesetze verschärft werden.“

    Diese Gefahr besteht in den USA nicht, und ausserdem ist das ein feiges Argument. Die Redefreiheit ist dazu da, dass alle sagen können was sie denken. Wenn man sich präventiv selbst zensiert, dann kann man gerade so gut gleich von Anfang an auf die Redefreiheit verzichten, und wenn Gesetze nachträglich verschärft werden weil jemand von der Redefreiheit Gebrauch gemacht hat, dann hatte er von Anfang an keine Redefreiheit.

    „und so normal scheint es in den Shooter doch nicht zu sein. Sonst würd sich de Gamestar Redaktion wohl nicht so darüber aufregen“

    Wie gesagt, siehe Anfangssequenz vom ersten Teil. Zur Gamestar-Redaktion kann ich nichts sagen, ich weiss nicht was die denken.

  6. Ich denke, das, was viele an dieser Sequenz als verstörend empfinden ist, wie viel unbändigen Spaß man empfindet, auf der Seite der Bösen zu sein.
    Ich bekenne nun hier, auch wenn ich im echten Leben auf der Seite der Gewaltforschung und Gewaltprävention stehe, dass ich immer noch diebische Freude empfinde, wenn ich das alte „Hitman“ ausgrabe und schaue, wie viele unschuldige Zivilisten ich erledigen kann, bevor ich entdeckt werde. Und da bin ich beileibe nicht der einzige. Wie viele haben das Spiel zum JFK-Mord gespielt um zu sehen, ob sie den Kopftreffer so hinbekommen, dass der Schädel exakt so platzt, wie im Zapruder-Video? Wie viele suchen sich bei Spielen wie Fallout 3 oder Falble II bewusst die Seite des Bösen aus und metzeln wenig vom Ethos gelenkt alles nieder, was sich bewegt?
    Es macht Spaß…das wird jeder bestätigen, der für das Genre des Shootes oder Ego-Rollenspiels empfänglich ist…und ich denke, genau das ist es, was viele verstört..wie ich immer sage, der Psychopath steckt in jedem von uns..jeder Mensch ist zu allem Fähig..es ist immer eine Frage der externen Umstände, ob dieser aus uns herausbricht, oder immer verborgen bleibt.
    Und ich denke, diese Spiele brechen ebendiese wohlgehütete Grenze auf, indem sie einen virtuellen Raum schaffen, in dem man einfach so böse und psychopathisch sein darf, wie man möchte…und es macht auch noch Spaß…
    Weniger die Angst vor dem „Killerspiel“ als Initialzündung für Einzeltäter, sondern eher das Unverständnis, wie viele (und es sind definitiv eine Menge!) sich den – nennen wir sie „niedere Instikte“ – hingeben…es sind ja nur Pixel…

    cd

  7. Ich glaube nicht dass man dieses Spiel mit Games wie Hitman vergleichen kann, und ich glaube nicht dass besonders viele Leute diese Szene spielen und dabei positive Emotionen empfinden. In Spielen wie GTA, Fable II oder inFamous ist das Rollenspiel einer „bösen“ Figur ein integraler Teil des Spiels. Diese Spiele laden dazu ein, mit negativen Rollen zu experimentieren. Bei Modern Warfare trifft das nicht zu, das Spiel ist kein Sandkasten, in dem man mal so richtig schön böse sein kann. Die Rollen sind hier klar verteilt; hier mit den „Bösen“ zu sympathisieren ist etwa so, als ob man Schindler’s Liste schaut und hofft dass möglichst viele Juden sterben.

    Ich denke, die starken moralischen Gefühle welche von Modern Warfare beim Spieler geweckt werden sind absolut absichtlich. Dass Modern Warfare 2 mit dieser krassen Szene beginnt ist kein Zufall. Die Designer vom Spiel machen dem Spieler klar, dass Modern Warfare kein Spiel wie Fable II ist, bei dem gut und böse relativ sind und der Spieler dazu eingeladen wird, mit seinem moralischen Verhalten zu experimentieren. Diese erste Szene macht dem Spieler klar, dass er nicht auf der Seite der Bösen sein will, dass ein Kompromiss nicht akzeptabel ist.

    Mir persönlich ist das zu krass. Ich spiele lieber Spiele wie Overlord, bei denen das Böse nicht zu ernst genommen wird, oder Spiele wie inFamous, bei denen man wirklich die Wahl hat, sich positiv zu verhalten, und nicht vom Spiel dazu erpresst wird.

  8. BTW, hier ist die Dialogbox, die dem Spieler die Option gibt diese Szenen zu überspringen:

    http://twitpic.com/ozapf

  9. jackbrown Says:

    Die Meinung der Redaktion findest unter dem link der quelle.
    Die Dialogbox selbst ist für mich aber definitiv reine PR. Es wird KEIN Gamer dort nein anklicken, das hält man nicht aus.🙂 Die Frage zwingt einem noch mehr dazu die Sequenz zu spielen. Ich persönlich finds immernoch nonsens. Verbieten kann mans deswegen nicht. Es bringt eh nur zusätzlich PR, und das könnt auch das Ziel sein der ganzen Aktion.
    evt. sollt ich mich bei Trigami melden, da ich ja dementsprechend bei der PR mitmache.

  10. „Ich persönlich finds immernoch nonsens.“

    Aber nicht nonsense genug, um den Film nicht zu posten. Zuschauen ist okay, selber spielen nicht?😛

    „Es bringt eh nur zusätzlich PR, und das könnt auch das Ziel sein der ganzen Aktion.“

    Das glaube ich nicht, Modern Warfare benötigt keinen künstlich inszenierten Moralinsturm um erfolgreich zu sein.

    Die Sequenz auf eine PR-Massnahme zu reduzieren finde ich übrigens ziemlich beleidigend. Hast du etwa beim Release von „Saving Private Ryan“ Blog-Beiträge geschrieben, in denen du die Anfangssequenz von diesem Film als PR-Massnahme beschrieben hast?

    Videogames sind eine expressive Kunstform. Die Autoren dieser Spiele erzählen Geschichten und wollen beim Spieler Gefühle auslösen, genau wie ein Filmregisseur oder ein Buchautor. Es ist nicht nötig, Videogames-Entwickler niedere Motive zu unterstellen, welche man anderen Autoren nicht unterstellt.

  11. 🙂 ah, eine expressive kunstform. wenn ich’s mir recht überlege, hast Du wohl recht. ich hänge mir die sequenz in dauerschleife in einem digitalen bilderrahmen über mein bett. bin ja ein kunstfreund.

    und doch noch ein paar ernstere worte. ich weiss zwar, dass Du diesen unterschied permanent absichtlich übersiehst, aber: es gibt einen unterschied zwischen film „schauen“ und in einem game aus der egoperspektive selbst zu ballern. ich habe weder bei baise-moi, noch bei hotel rwanda freude verspürt. bei letzterem hatte ich tränen in den augen. ok, die gamer haben bei diesen spielen bestimmt auch feuchte augen… wohl aber eher, weil sie vor lauter konzentration das blinzeln vergessen.

  12. „ah, eine expressive kunstform. wenn ich’s mir recht überlege, hast Du wohl recht. ich hänge mir die sequenz in dauerschleife in einem digitalen bilderrahmen über mein bett. bin ja ein kunstfreund.“

    Verstehe nicht weshalb du ironisch reagierst. Wenn du der Meinung bist dass Videogames keine Form von Kunst sind, dann sag das doch einfach und begründe deine Aussage.

    „ich weiss zwar, dass Du diesen unterschied permanent absichtlich übersiehst“

    Blödsinn. Das ist eine absolut absurde Unterstellung. Wir haben dieses Thema schon genug oft diskutiert, und es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens dass Games einen stärkeren Einfluss haben als Filme, obwohl du das gerne behauptest.

    „es gibt einen unterschied zwischen film „schauen“ und in einem game aus der egoperspektive selbst zu ballern“

    Studien zum Thema zeigen dass Filme die selben emotionalen und aggressiven Reaktionen auslösen wie Videogames. Studien zeigen dass Autorennspiele stärkere aggressive Reaktionen auslösen als Action-Games. Filme und Autorennspiele findest du aber okay weil du sie selber konsumierst! Du bist ganz einfach gegen die Dinge, die du selber nicht konsumierst und nicht verstehst, und für die Dinge, die dir persönlich gefallen. Du hast keine rationalen objektiven Argumente für deine Aussagen.

    Wenn du solche Aussagen machst solltest du irgendwelche Hinweise darauf haben dass sie wahr sind, abgesehen von deinem persönlichen Gefühl. Es gibt aber keinen wissenschaftlichen Konsens zu diesem Thema. Eine umfangreiche Studie vom British Board of Film Classification kommt beispielsweise zu Schluss, dass Videogames einen weniger starken Einfluss haben als Filme:

    „People who do not play games raise concerns about their engrossing nature, assuming that players are also emotionally engrossed. This research suggests the opposite; a range of factors seems to make them less emotionally involving than film or television.“

    http://www.bbfc.co.uk/news/stories/20070417.html

    Und, hörst du jetzt fairerweise mit Filme schauen auf, wenn du willst dass Leute keine Games spielen?

    „ich habe weder bei baise-moi, noch bei hotel rwanda freude verspürt“

    Und du unterstellst Gamern, dass sie Freude verspüren wenn sie diese Sequenz spielen. Das Problem scheint mir zu sein dass du einfach nur rein aufgrund von deinen Vorurteilen argumentierst. Du argumentierst, als ob wir immer noch in der Zeit von Super Mario auf dem NES leben würden. Games sind nicht mehr ein reines Unterhaltungsmedium. Spiel doch mal ein paar moderne Spiele wie The Graveyard oder Passage oder Super Columbine Massacre RPG:

    http://tale-of-tales.com/TheGraveyard/

    http://hcsoftware.sourceforge.net/passage/

    http://en.wikipedia.org/wiki/Super_Columbine_Massacre_RPG!

    Wenn du die richtigen Ausschnitte aus Baise-Moi oder Hotel Rwanda zusammenschneidest wirst du einen genau so absurden Eindruck über diese Filme bekommen wie du anscheinend über Modern Warfare hast. Deine Auffassung davon was ein Videospiel ist und was Videogamer denken ist uninformiert und beleidigend.

    Und noch etwas:

    Nehmen wir an, dass du recht hast, und dass Videogames die Spieler langfristig aggressiver machen. Sogar wenn das wahr ist ist der Einfluss nur sehr gering. Die Jugendkriminalität ist rückläufig, und extreme Situationen wie Schul-Amokläufe sind enorm selten.

    Weisst du was nicht so selten ist?

    Die neusten Statistiken implizieren, dass die globale Erwärmung unterdessen nicht mehr reversibel ist. Plausible Berechnungen kommen zum Schluss, dass die menschliche Rasse die nächsten 200 Jahre womöglich nicht überleben wird, dass Milliarden von Menschen sterben werden. Trotzdem sagt dir niemand, dass du deine Wocheneds-Passfahrt nicht machen darfst. Aber du masst es dir an, anderen Leuten vorzuschreiben welche Spiele sie in ihrer Freizeit spielen dürfen, obwohl diese NULL negativen Einfluss auf dich haben? Ich atme die Abgase von deinen Fahrzeugen jeden Tag ein. Wann hat es das letzte Mal für dich ein Problem verursacht dass jemand ein Videospiel spielt?

    Anderes Beispiel: Du verteidigst die Kultur der echten Gewalt an Fussballspielen und findest es toll wenn Leute andere gefährden indem sie mitten in der Menschenmenge Feuerwerk starten (da werden *echte* Menschen *echt* verletzt!), aber virtuelle Gewalt – bei der niemand zu Schaden kommt – willst du verhindern?

    Du willst ganz einfach anderen Menschen deine nicht rational begründeten moralischen Überzeugungen aufzwängen, und unterscheidest dich damit in keiner Weise von den Leuten, über die du dich normalerweise in deinem Blog ärgerst. Wenn es um Dinge geht die dir nicht passen gehörst du plötzlich genau so sehr zur antirationalen Moralpolizei wie Mörgeli und Schlüer und gewisse Kommentatoren auf deinem Blog.

    Der einzige Unterschied zwischen dir und diesen Leuten ist, dass du andere irrationale Vorurteile hast. Die SVP hat etwas gegen Schwule und Leute mit dunkler Haut, du hast etwas gegen Leute die Action-Games spielen. Argumentation und Mangel an Realität und objektiven Argumenten sind indessen identisch.

  13. By the way:

    „ich hänge mir die sequenz in dauerschleife in einem digitalen bilderrahmen über mein bett. bin ja ein kunstfreund.“

    Ich gehe davon aus dass du die Vergewaltigungssequenz von Baise-Moi und ein paar Sequenzen von Hotel Rwanda in einer Endlosschleife über deinem Bett hast, oder dass du der Meinung bist dass diese Filme ebenfalls keine Kunst sind. Weil Kunst anscheinend dadurch definiert ist ob du dir das übers Bett hängen kannst.

  14. die antwort auf den ernsteren teil kommt ja dann noch. oder?

  15. „die antwort auf den ernsteren teil kommt ja dann noch. oder?“

    Die steht oben an der kurzen Antwort, aber „Ihr Beitrag wartet auf Freischaltung“.

  16. ah, dachte mir doch, das könne nicht alles sein.😉

    Du machst es Dir wie immer in diesem zusammenhang sehr einfach. ich frage nicht nach studien. ich frage nach Deiner meinung.

    ohne, dass ich hier einen exkurs machen will: pyrozünder pauschal als gewalttäter hinzustellen ist beleidigend. ich habe niemals gewalt an fussballspielen verteidigt und werde das auch nie tun.

    und: ich unterstelle hier nirgends, dass diese games irgend jemanden aggressiv machen. ich würde nur gerne von Dir wissen, was Du von diesen games hältst.

    und zum svp-beispiel: das mag sogar sein. nur ist das spielen dieser games frei gewählt und deshalb zieht Dein vergleich nicht, was Du ja selbst auch weisst.

    dass leute beim töten in games freude verspüren (können) habe ich übrigens aus dem comment von christian drossmann abgeleitet.

    die rennspiele hätt ich jetzt fast vergessen… die spiele, die ich schon gezockt haben, fanden eigentlich immer auf abgesperrten strecken statt. und am liebsten spiele ich eh mario kart gegen jackbrown…😉

  17. „Du machst es Dir wie immer in diesem zusammenhang sehr einfach“

    Nein, *du* machst es dir einfach, indem du einfach auf deiner Meinung beharrst und die Realität aktiv ignorierst.

    „ich frage nicht nach studien. ich frage nach Deiner meinung.“

    Meine Meinung ist absolut irrelevant, genau so wie deine Meinung. Du willst verhindern dass Leute ein Spiel spielen können, welches sie gerne spielen möchten. Da brauchst du mehr als nur eine Meinung.

    Ausserdem habe ich bereits mehrmals klargestellt dass ich diese Spiele nicht spiele. Im übrigen schaue ich mir auch keine Filme wie Hotel Rwanda an, ich finde realistisch dargestellte Gewalt pervers und inhuman, egal ob in Filmen oder in Videogames, und ich kann nicht verstehen wie man sich Filme wie Hotel Rwanda antun kann; ich finde das krank. Deshalb komme ich aber nicht auf die Idee dass du ich verhindern soll dass *du* dir Filme wie Hotel Rwanda anschaust.

    „ohne, dass ich hier einen exkurs machen will: pyrozünder pauschal als gewalttäter hinzustellen ist beleidigend. ich habe niemals gewalt an fussballspielen verteidigt und werde das auch nie tun.“

    Irrelevant für mein Argument. Fakt ist: ECHTE Leute werden wegen Pyro an Fussballspielen im ECHTEN LEBEN verletzt, und du verteidigst das, während du dich über virtuelle Gewalt aufregst, die keinem Menschen weh tut. Das ist absurd; es ist eine religiös motivierte Haltung, die nicht auf objektiven Fakten basiert, sondern auf einer persönlichen moralischen Einstellung. Du hast kein Recht, deine persönliche Moral anderen Leuten aufzuzwingen, genau so wenig wie ich dir aufzwingen kann dass du dir Filme wie Hotel Rwanda nicht anschauen darfst.

    „und: ich unterstelle hier nirgends, dass diese games irgend jemanden aggressiv machen. ich würde nur gerne von Dir wissen, was Du von diesen games hältst.“

    Ich habe meine Meinung zu diesen Spielen wiederholt klar dargestellt. Ich spiele sie nicht. Aber viele meiner Freunde spielen diese Spiele, und sie sind alle produktive, friedliche Mitglieder der Gesellschaft, die selber Entscheidungen über ihre Unterhaltung treffen können und deine Haltung („aber wenn ich dieses video sehe, frage ich mich schon, was denn sonst das spielen solcher games verhindern sollte“) in keiner Weise verdient haben.

    Du argumentierst wie einer dieser religiösen Moralapostel, der schrecklich findet dass Leute vor der Ehe Sex haben, ohne irgend einen objektiven Grund für diese subjektive moralische Einstellung zu haben. Es steht dir frei, nicht vor der Ehe Sex zu haben (oder keine Videogames zu spielen die dir nicht passen), aber du hast kein Recht das selbe auch anderen Menschen aufzuzwingen.

    „und zum svp-beispiel: das mag sogar sein. nur ist das spielen dieser games frei gewählt und deshalb zieht Dein vergleich nicht, was Du ja selbst auch weisst.“

    Wow. Du solltest das nochmals durchlesen. Du schreibst, dass das Verhalten von SVP-Exponenten gegenüber von Ausländern oder Schwulen angebracht wäre, wenn diese Dinge selbstgewählte Verhalten wären. Deiner Meinung nach sind also Videogamer daran Schuld dass du ihnen gegenüber Vorurteile hast weil sie ja nicht Videogames spielen müssten?

    Nein! Schwulen gegenüber Vorurteile zu haben ist nicht angebracht, weil Schwule normale Menschen sind die keinem etwas tun, nicht weil ihr Verhalten nicht selbstgewählt ist! Das Selbe gilt für Leute, die Action-Games spielen (darunter sind übrigens auch viele Schwule). Sie haben deine Vorurteile nicht verdient weil sie nichts tun was dich in irgend einer Weise tangiert.

    „dass leute beim töten in games freude verspüren (können) habe ich übrigens aus dem comment von christian drossmann abgeleitet.“

    Das bestreitet ja auch niemand. Du hast auch Freude wenn in Inglourious Basterds ein Nazi ermordet wird. Meine Aussage bezieht sich auf die spezifische Sequenz in Modern Warfare, die in diesem Blog-Beitrag gezeigt wird, nicht auf Videogames allgemein.

    Das ist vermutlich News für dich, aber Videogames sind kein konsistentes Kunstgenre. Es gibt ernsthafte Videogames wie Modern Warfare, und es gibt satirische Videogames wie GTA. Es gibt in Videogames wie Modern Warfare ernsthafte Szenen, und es gibt lustige Szenen, und es gibt neutrale Szenen. Wie in einem Film. Dass du in einem Film Freude verspürst wenn der Erzbösewicht im Showdown besiegt wird bedeutet nicht, dass du in allen Filmen in allen Szenen Freude verspürst wenn jemand stirbt.

    „und am liebsten spiele ich eh mario kart gegen jackbrown“

    Dieses Game macht mich immer enorm aggressiv wenn ich verliere. Zum Glück verliere ich fast nie.

    Zum Schluss: Diese ganze Diskussion ist ein typisches Beispiel dafür, dass ein Problem erfunden wird wo keines existiert. Nota bene: Auslöser für diesen Blog-Post war nicht eine Statistik zu Jugendgewalt. Auslöser war nicht eine Studie zu aggressivem Verhalten. Auslöser war eine Szene aus einem Spiel.

    Dieses Szene aus diesem Spiel hat nichts Negatives verursacht. Sie hat kein konkretes Problem kreiert. Niemand wurde wegen dieser Szene verletzt. Die Szene hat niemandem weh getan.

    Das Problem ist anscheinend nur schon, dass die Szene in diesem Spiel existiert.

    Und das ist absurd. Es ist identisch mit früheren moralischen Empörungsstürmen über Bücher (Die Leiden des jungen Werther verführt junge Frauen zu Selbstmord, wir müssen das verbieten!), Musik (Judas Priest macht Kinder zu Satanisten, wir müssen das verbieten!), Rollenspiele (Dungeons & Dragons führt dazu dass Kinder sich aus der Gesellschaft zurückziehen, wir müssen das verbieten!) oder Filmen (A Clockwork Orange führt zu Mord und Vergewaltigung, wir müssen das verbieten!).

    Es ist normal, dass ältere, konservative Menschen Probleme mit gesellschaftlichen Veränderungen haben und deshalb neue Medien aus subjektiven Gründen dämonisieren. Dass immer noch einigermassen junge progressive Menschen das selbe tun ist absurd.

  18. Wenn es primäres Ziel ist den Spieler in die Rolle des Terroristen zu versetzen, dann behaupte ich, dass das undifferenziert passiert ist. Hier wird nur das abschlachten der Terroristen vorgeführt, nicht die Relevanz der Handlung verdeutlicht. Der Protagonist sollte als Undercoveragent zumindest durch SatzGedankenfetzen oder sonstwas seine Abneigungen gegen sein Handeln verdeutlichen. Die Eingangszene setzt dem ganzen die Krone auf. Ich behaupte hier wird der Spieler dazu angehalten mit in die Menge zu feuern.

  19. „Wenn es primäres Ziel ist den Spieler in die Rolle des Terroristen zu versetzen, dann behaupte ich, dass das undifferenziert passiert ist.“

    Erstens: Das ist möglich, aber im Bezug auf die Diskussion sehe ich nicht weshalb deine Behauptung relevant ist für die Frage, ob das Spiel verboten werden soll. 99% aller Hollywood-Filme sind völlig undifferenziert in ihrer Darstellung von Gewalt. Redefreiheit kann nicht nur die Dinge beinhalten, die uns persönlich gefallen, sie muss auch Dinge beinhalten die wir als undifferenziert oder falsch empfinden. Ansonsten gibt es keine Redefreiheit.

    Zweitens: Hast du das Spiel gespielt? Es scheint mir schwierig, aufgrund dieses Filmes zu sehen, wie die Szene innerhalb der Story des Spiels funktioniert.

    „Der Protagonist sollte als Undercoveragent zumindest durch SatzGedankenfetzen oder sonstwas seine Abneigungen gegen sein Handeln verdeutlichen.“

    Ich bin mir ziemlich sicher dass das nicht nötig ist, weil der Spieler selber das bereits tut, wie die Diskussion hier zeigt.

    „Ich behaupte hier wird der Spieler dazu angehalten mit in die Menge zu feuern.“

    Ja, natürlich. Das ist der Punkt der Szene. Der Spieler wird dazu gezwungen, etwas zu tun was er nicht tun will. Dadurch wird der im Spiel behandelte Konflikt eingeführt.

  20. jackbrown Says:

    Eigentlich hatte ich nicht vor, die Diskussion um das Verbot wieder anzuheizen. Ich hab das Video gepostet, mit der Frage was ihr davon haltet, dass jetzt wo die Diskussion um die ‚Killergames‘ ein wenig abgeflacht ist, ein Spiel auf den Markt kommt, das die Diskussion (aus meiner Sicht) wieder sehr anheizt.
    Das deine Argument richtig sind(nach heutigem Stand des Wissens) bezweifle ich nicht, resp. weiss ich selbst. Aber darum geht’s nicht. Wenn die Wissenschaft die Politik wirklich beeinflussen würde, hätten wir nicht’s zu Blogen. Nur ist es so, dass die Öffentlichkeit die die Meinungen der Politiker beeinflusst nicht’s von der Wissenschaft mitkriegt.
    Mein Frage ist, ob es nicht arg ungeschickt ist auf diese Masse ein solches Spiel loszulassen. Wie der Einfluss der Szene auf die Gamer ist währ eine Untersuchung wert. Ich brauch eh noch ein Masterthema🙂

    Zu der Umsetzung: Die Idee von den Satzgedanken find ich auch nicht sinnvoll. Das sehe ich eher als kontraproduktiv und lächerlich anmutend. Aber du hast recht LKM, eigentlich müssten wir das Spiel gamen um mitreden zu können. Ich selbst bezweifle, dass so starke emotionen bei mir geweckt werden wie in manchen Filmen.

  21. „Mein Frage ist, ob es nicht arg ungeschickt ist auf diese Masse ein solches Spiel loszulassen.“

    Dieses Argument kann ich nicht akzeptieren weil es eine Selbstzensur darstellt. Wenn wir die Rede- und Gedanken- und Kunstfreiheit haben, dann müssen wir diese Freiheiten auch benützen; tun wir das nicht, können wir genau so gut darauf verzichten. Es besteht prinzipiell kein Unterschied zwischen einer Gesellschaft ohne Redefreiheit oder Kunstfreiheit, und einer Gesellschaft die zwar theoretisch die Redefreiheit oder Kunstfreiheit hätte, aber davon nicht gebrauch macht weil sie Angst hat, sie zu verlieren.

    Ausserdem sehen wir das Spiel im Kontext der Schweiz, aber es ist ein amerikanisches Spiel. Im Gegensatz zur Schweiz besteht keine Gefahr, dass die Redefreiheit in den USA eingeschränkt wird. Insofern ist die Diskussion auch etwas absurd; ein Verbot des Spiels in der Schweiz würde niemanden daran hindern, das Spiel ganz einfach aus dem Internet zu laden. 95% aller PC-Gamer tun das sowieso bereits heute.

    „Ich selbst bezweifle, dass so starke emotionen bei mir geweckt werden wie in manchen Filmen.“

    Die Idee dass stärkere Emotionen geweckt werden wenn das Medium „echter“ ist scheint mir sowieso verkehrt. Wenn ich ein Buch lese habe ich viel stärkere Emotionen als bei einem Film, und bei einem Film empfinde ich viel stärker als bei einem Spiel. Ausserdem ist es viel einfacher, Ideen mit einem Buch zu verbreiten als mit einem Spiel. Insofern würde es mehr Sinn machen, Bücher über Terrorismus zu verbieten. Es besteht keinerlei Zweifel dass Bücher zu Gewalt führen können.

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